
DIE REISE NACH INNEN

Graz, Österreich (2005)
"Kunst auf Zeit", ein Projekt des Künstlerhauses in Graz, wird zur Plattform für Gerhard's vieldimensionales Kunstwerk, das die Geschichte der menschlichen Vernetzung erzählt.
Das Projekt: Gerhard war Teil einer ausgewählten Gruppe steirischer Künstler, die ausgewählt wurden, um an diesem einzigartigen Wettbewerbsprojekt teilzunehmen. Jeder Künstler sollte ein künstlerisches Design für eine 16 m² große Werbesäule im Grazer Stadtpark erstellen und umsetzen, das auf dem Projektthema zeitliche Kunst basiert, und es für einen Monat im Juli, dem heißesten Monat des Jahres in Österreich, der Öffentlichkeit zugänglich machen. Gerhard hatte sich entschieden, mit seinem Lieblingsmedium Schokolade zu arbeiten, was für eine Ironie in der Sommerhitze!
Das Design: Gerhard erzählt die Geschichte der Menschheit, ihrer Kreativität und ihrer Verbundenheit, indem er verschiedene Aspekte der Zivilisation in Zeit und Raum in unterschiedlichen Dimensionen darstellt.

Thema: „Globalisierung – die Reise zum inneren Selbst“
Ein Interview mit dem Künstler:
Für sein Meister-Projekt entschied sich Gerhard, seine Gedanken zum vorgegebenen Thema „Globalisierung“ auf sehr persönliche Art und Weise zu realisieren, da sein eigenes Leben auch immer „globalisiert“ war und ist.
Gerhard, erzähl uns von deiner Idee zu diesem Projekt.
GP: Seit ich drei Jahre alt war, habe ich jedes Jahr einen Teil der Zeit in einem anderen Land verbracht. Bis heute hatte ich das Vergnügen, in über 30 Ländern gelebt oder sie besucht zu haben. Doch je mehr ich von der Welt sehe, desto stärker verspüre ich das Bedürfnis, mich nach innen zu wenden, um die Eindrücke zu finden, die ich in mir gesammelt habe. Äusserlich sieht man die Welt, wie sie scheint, und innerlich findet man sie, wie sie ist – in ihrem Wesen.
Ich lade meine Betrachter ein, mich auf meiner „Reise zum inneren Selbst“ zu begleiten.
Das Projekt:
Auf dem Boden steht eine Bronzestatue. 85 Kilogramm Schokolade werden auf die Skulptur aufgetragen und in die Form eines Bodybuilders gebracht. Wenn die Schokoladenskulptur vollendet ist, schmilzt man die Schokolade wieder weg und enthüllt den wahren Kern, die Bronzestatue. Die Schokolade dient daher als menschliche Hülle, die sich mit der Zeit von ihrem inneren Selbst löst und schließlich abfällt. Während des Baus der Schokoladenskulptur kann man mich auf den Bildern sehen. Während der Schmelzphase bin ich jedoch abwesend. Was bleibt, ist der Kern, der mich durch das Bronzematerial in den nächsten tausend Jahren überleben wird. Die Präsentation der Bilder von der Applikation der Schokoladenskulptur, der Fertigstellung und dem Schmelzvorgang wurde von einem Musikstück begleitet, dem "Global Medley", das ich komponiert habe. Die Musik ist eine Komposition aus rund 20 verschied-enen Musiktiteln, darunter einige Stücke, die ich selbst
mit einem Mikrofon aufgenommen habe.
Das Global Medley beginnt mit einem Rock'n'Roll-Stück, da Rock'n'Roll seit der "Amerikanisierung Europas" in den Nachkriegsjahren und den 60er-Jahren eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Globalisierung gespielt hat. Zum Medley gehören auch ein Inder, den ich am Flughafen in Graz interviewt habe, sowie ein Serbe, der von seinem Leben erzählt, und ein ägyptischer Gast-arbeiter, der an meinem damaligen Arbeitsplatz an der Geschirrspülmaschine gearbeitet hat und in Österreich lebt. Er dankte Allah auf Arabisch. Jeder dieser Menschen hat seine Heimat verlassen und ist selbst Teil der globalisierten Wander-Bewegung geworden.
Mein Abschlussvortrag wurde auf Spanisch, Englisch und Deutsch abgehalten, um das multikulturelle Miteinander unserer Zeit zu betonen und ihm auch gerecht zu werden.
Teil 1: Vom Entwurf zur Bronze Skulptur

Teil 2: Schokoladenarbeiten und Schmelzprozess

Galerie

































